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Web 2.0 – Das Internet schlägt zurück …

21.03.2008 veröffentlicht
Vor zwei Jahren schien die Welt nach der ersten abgewehrten Attacke der "New Economy" des Internets wieder halbwegs in Ordnung gekommen zu sein und schön langsam machte sich wieder Langeweile breit. Die Internet-Welt hatte mit Google endlich ihren Monopolisten gefunden. Die kleinen lokalen Provider waren bald von den großen Kabel-Gesellschaften geschluckt und die großen Medienhäuser hatten es geschafft, ihre Beliebigkeit und Austauschbarkeit mittels Content-Recycling in identitätslose und zum Verwechseln ähnliche Sites zu pferchen.
Werbetechnisch wurde ohnehin schon längst alles nachgeäfft, womit Google Milliarden verdient.

Das World Wide Web wurde langsam zu dem, was sich viele schon von Anfang an erhofft hatten – das ideale Werkzeug, um reale Dollar mit nicht ganz so realen Dienstleistungen zu scheffeln und dem Maxi Blechinger die Rechnung zu schicken. Business as usual.

Der Meteor schlug ein am 30. September 2005.
Tim O’Reilly, Gründer und Chef des angesehen O’Reilly Verlages, veröffentlichte den Artikel „What is Web 2.0“ und brachte damit auf den Punkt, was in vielen Köpfen schon ein Weilchen gegärt hatte und gerade in Form einfachster, ja fast naiver Content-Services im Web Konturen annahm. Das durch klassische Broadcast-Medien zugeschüttete Kommunikationsbedürfnis des Einzelnen wurde durch das Internet wieder aus der Hypnose geholt und lässt sich heute mit dem herkömmlichen Medienverständnis nicht mehr fassen. Langsam aber sicher wurden sich die Internet-User der Tatsache bewusst, dass die als Informationsgesellschaft angepriesene Einbahnstraße der Kommunikation sehr, sehr spannende Alternativen besitzt, die charmanterweise viel authentischer, informativer und vor allem weniger manipulativ ankommen.

User-generated-content ist das Zauberwort der Stunde und wieder einmal fühlt man sich von irgendeiner Begrifflichkeit erschlagen, die im Grunde mehr schlecht als recht ausdrückt, worum es hier geht.
Wer heute keinen persönlichen Blog führt oder nicht mindestens ein völlig schräges Video auf YouTube rauf geladen hat, der ist im virtuellen Universum praktisch identitätslos.

Für jede noch so abstruse Passion findet sich mittlerweile im Internet eine Community, deren Mitglieder mit einer Frequenz kommunizieren, die ahnen lässt, welches Defizit Zeitung, TV und Radio geschaffen haben. Scheinbar triviale Web-Ideen wie mySpace werden über Nacht zu Firmen mit Unternehmenswerten, für die die Vorfahren von Paris Hilton mehr als 50 Jahre Erfolgsdruck überstehen mussten. Selbst in Sandburgen wie Second Life investieren bekannte Firmen mittlerweile durchaus attraktive Werbebudgets.

Und wieso geschieht das alles?

Weil es uns etwas bedeutet.

Weil wir Leidenschaft dafür entwickeln, uns mitzuteilen. Und zwar nicht nur dem spießigen Nachbarn, der uns eh noch nie verstanden hat, sondern vielleicht der Valerie Kulakova, die 3000 km entfernt wohnt oder auch nur dem Fritz Bauer in Baden.
Ja, und die verstehen mich sehr wohl und antworten mir etwas Interessantes. Morgen ist dann die Diskussion im globalen Dorf angekommen, berührt irgendwie auch andere und nimmt ihren Weg.

So einfach ist das - denkt sich der kleine Maxi und tut es einfach. Er macht sich global und findet Anerkennung. Das wollen wir doch alle, und auf einmal geht das so ganz ohne mühsame Verpflichtungen und sonstigen Ballast.

Aber wie macht man dann unter diesen Rahmenbedingungen Geschäfte? Können Unternehmen diese Entwicklung für das eigene Marketing nutzen und mit gezieltem Einsatz von Web 2.0 den Geschäftserfolg erhöhen?

Die Antwort ist ein klares JA.

Aber es bedarf auch kluger und gut dosierter Vorgangsweisen, um das Potenzial des globalisierten und entanonymisierten Konsumenten positiv zu nutzen. Subtile Konzepte sind gefragt. Vor allem im Konsumgütermarketing werden komplexe, inhaltlich vernetzte Kampagnen quer über verschieden Medien hinweg die einzige Überlebenschance in diesen engen Märkten sein. Die Design-Lastigkeit der letzten Jahrzehnte scheint passé, pfiffigen  Ideen und dem Mut zu schrägen und ungewöhnlichen Aktionen mit starken Querbeziehungen gehört die Zukunft.

In den nächsten Wochen werden wir hier an dieser Stelle unter dem Titel „Beispiele aus der Zukunft“ regelmäßig erfolgreiche, spannende oder besonders kluge Ansätze vorstellen. Auf die Reaktionen des Internets darf man gespannt sein.

Jürgen Kapeller

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